
36. Eisarschregatta auf der
Wakenitz
Namentlich im Verlauf dieses Berichtes aufgeführte NSVer folgten einem Aufruf der „Eisarschgilde von 1969“ des Lübecker Yacht Clubs, um an einer der spektakulärsten Regatten Norddeutschlands teilzunehmen.
Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt machten sich am 4. Dezember die Unerschrockenen mit geeinten Kräften daran, die bereits im Winterlager eingemotteten Schiffe wieder klar zu kriegen. Nach Schweißtreibender Arbeit war das NSV- Jugendhaus wieder fast leer und die fest verzurrten Optis klar zum Abtransport.
Um 11:00 Uhr in Lübeck beim L.Y.C an der Wakenitz angekommen, machten sich die Eisarschaspiranten sogleich ans Abladen und auftakeln.
Carsten Paulsohn sichteten wir schon von weitem. Als Optiprofi vergangener Tage (und natürlich noch heute) stromerte er unruhig hier und da herum. Nach Blöcken und sonstigen verwendbaren Beschlägen suchend (natürlich nicht bei den anderen), stand er da zwischen mittlerweile 100 aufgetakelten Booten.
Das sanfte Knistern der kleinen Spritsegel wurde in leichten Böen schnell lauter.
Detlef Göpfert und Frank Stöcker waren bereits dem Wiegerat vor dem Clubhaus von der Schaukel gesprungen, der so gerne ein bisschen an der Waage zog, um dass zu berechnende Meldegeld um bis zu 9 Kg „leicht“ nach oben zu korrigieren.
Bei 20 Cent pro Kg wundert ein ausgeglichener Haushalt da nicht J.

Michael Schmidt, Stefan Moll, Dirk Hartz und Carsten Völkel vertieften sich schnell in Fachgespräche. Mit den Daumen an den Gummihosenträgern Ihrer Südpazifik- Offshorbekleidung, beobachtete man wissendes Kopfnicken und nachdenkliche Minen.
Wie sich später herausstellte, diskutierten sie vor allem darüber, ob vor oder nach dem Start der sich vor der Jazzband befindende Glühweinstand besucht werden solle.
Pfiffige Familienväter, die sich mit raffinierten Insider- Tipps und Tricks zu Trimm und Boatspeed von Ihren Jüngsten einen Vorteil verschaffen wollten, blitzten mit treffender Bemerkung: „Zuerst musst Du abnehmen- Papa“ ganz cool ab!
Der Vorsitzende Claus- Dieter Stolze begrüßte die (sogar aus dem Rheinland) angereisten 150 Teilnehmer mit einer launischen Rede. Eine schwarze Schürze des Kochs würde als Startverschärfung hochgezogen, sollte es zu einem Frühstart kommen.
Ein Traum- Meldeergebnis von 152 Booten(!) ist vermutlich den klaren Regeln zuzuschreiben, in denen es heißt, dass die Schiedsrichter von den Kontrahenten ausgewählt werden dürfen und die von der Wettfahrtleitung vorgeschriebene Menge Alkohol auf der Bahn zu vertilgen ist, wobei sich die Jury das Recht einer entsprechend positiven Blutalkoholkontrolle vorbehielt. Das Reglement verbot aber das Mitführen von Woll- und Steppdecken oder gar Federbetten, Wärmflaschen und Heizkissen. Erlaubt waren Skibrillen bei Schneetreiben und es herrschte Schwimmwestenzwang.

Bei leichten Winden aus SW waren dann tatsächlich 140 Optis an der Startlinie.
Wohl dem, der nicht in der Abdeckung seiner Kontrahenten losfuhr. Vom Ufer aus wurden viele von ihren Familien oder auch von Spaziergängern angefeuert.
Einen Start/ Ziel Sieg segelte Sven- Erik Horsch vom NRV souverän nach Hause.
Wer jetzt denkt man ärgere sich weniger- auf solch einer Veranstaltung vom Gegner überholt zu werden- irrt! Wie bei jeder anderen Wettfahrt könnte man auch hier vor Wut ins Schanzkleid beißen.
Nach etwa 1 Stunde war das Ziel vor dem Clubhaus erreicht. Detlef Göpfert wurde als 19ter in „Scooby-Doo“ bester NSVer. Gute Seemannschaft ist eben kein Zufall!
Bei der Siegerehrung wurden die von Niederegger gespendeten Marzipankästen mit der Platzierung immer größer. Auf dem NSV- Tisch sah man später alle Größen herumliegen und daran zufriedene aber müde Gesichter. Bei zusammenpacken waren sich alle einig- 2005 ist der NSV wieder dabei.
Unser Dankeschön richtet sich an Uschi Janner und Uwe Hennig, die uns die Teilnahme ermöglicht haben.
Wolfgang von der „Bottle Imp“
